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Ortsfamilienbuch Matzkirch

Mein Interesse an der Familienforschung beschränkte sich zunächst auf den mir durch mündliche Überlieferung und eigenes Erleben bekannten Familienkreis. Sehr früh wurde hier das oberschlesische Dorf Matzkirch eine Art Mittelpunkt für das Familiengeschehen. Die politische Wende ergab für mich dann die Möglichkeit, selbst nach Matzkirch zu reisen. Hier lernte ich die Verwandten und Verschwägerten kennen, die mir bisher nur vom Hörensagen kekannt waren.

Ein ganz einschneidendes Erlebnis war für mich, dass ich im Pfarrbüro einen Stapel Kirchenbücher im Original in die Hand nehmen und durchstöbern konnte. Ein erheblicher Teil der historischen Kirchenbücher, die von 1668 bis 1860, waren bei einem Brand des Kirchturmes im Jahr 1983 vernichtet worden. Das was ich aber noch vorfand, war für mich beeindruckend. Selbst auswärtige Ereignisse der Pfarrkinder wurden in den Kirchenbüchern vermerkt. Die vernichteten Kirchenbücher waren durch die Mormonen auf Mikrofilm erfasst und so gesichert, so dass ich sie im Laufe von zwei Jahrzehnten auswerten konnte.

Die Pfarrrei Matzkirch, zu denen auch die Nachbarorte Dobroslawitz und Tscheidt gehören, hatte im Laufe der Jahrhunderte viele Namensvarianten bis heute zum polnischen Maciowakrze. Dobroslawitz oder Dobroslawice trug in den dreissiger Jahren im Rahmen der Eindeutschung auch den Namen Ehrenhöhe. So erging es auch dem Nachbarörtchen Tscheidt, das heute Szczyty heisst und auch einmal Maxwaldau getauft wurde. Ich halte mich bei meinem Ortsfamilienbuch an die über Jahrhunderte gebräuchlichen Bezeichnungen Matzkirch, Dobroslawitz und Tscheidt. Ich will einfach nicht politisieren und mich eingehend darüber auslassen dass das Abstimmungsergebnis  in Oberschlesien in den zwanziger Jahren in Matzkirch mit 83,4 % für Deutschland und 16,6 %  für Polen zu verzeichnen war. Die Situation ist, typisch für Oberschlesien, sehr viel differenzierter. So heiratete mein Vorfahre  Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem mährischen Namen Novack in Matzkirch ein und wurden mit polnischer Grabinschrift als Nowak beerdigt.

Mit diesem Ortsfamilienbuch Matzkirch soll die bunte Bevölkerungsstruktur und deren Entwicklung dargestellt werden. Einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Ortes dürfte dessen geographische Lage sein. So liegt Matzkirch im südwestlichen Zipfel des Kreises Cosel und grenzt mit den Feldfluren (Tscheidt) an das Städtchen Bauerwitz, das bereits im Kreis Leobschütz liegt. Ein Katzensprung nach Süden ist dann der Landkreis Ratibor erreicht. In alle Richtungen fand ein reger Bevölkerungsaustausch statt, so dass der suchende Familienforscher in Matzkirch sicher einige Ansatzpunkte finden wird. Die Bevölkerungsstruktur ist bäuerlich geprägt, wobei die sich in den drei Orten befindlichen Güter einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung hatten. Waren diese über Jahrhunderte im Besitz des Stiftes Rauden, so gingen sie nach der Säkularisierung  auf den weltlichen Adel über. Exemplarisch möchte ich hier die Familie von Hauenschild nennen, deren bekannteste Sohn Richard Georg Spiller von Hauenschild unter dem Künstlernamen Max Waldau als Schriftsteller bekannt wurde und letztlich dem Dorf Tscheidt für kurze Zeit zum Namen Maxwaldau verhalf.

Natürlich gehörten zur Infrastruktur der Orte Matzkirch, Dobroslawitz und Tscheidt auch zwei Mühlen und diverse Handwerker. Mit einem Bahnhof an der Bahnstrecke Cosel-Bauerwitz-Leobschütz war war Matzkirch seit Ende des 19. Jahrhunderts gut erreichbar und wirkte sich auch auf die Entwicklung des Ortes aus. Die Bevölkerung bestand zum überwiegenden Teil aus Bauern, Gärtnern und in der Landwirtschaft oder den Gütern tätigen Hilfskräften. Noch heute ist Matzkirch landwirtschaftlich geprägt.

Ich räume ein, dass eine Arbeit mit diesem Umfang (mehr als 11.000 Personen) auch Fehler beinhaltet. Ich bitte daher ausdrücklich um Kontaktaufnahme falls Unstimmigkeiten festgestellt werden.


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Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Ulrich Nowak