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Ortsfamilienbuch Neulewin

 

Der Ort "Neulewin" liegt an der Oder.

Neulewin ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Sie wird vom Amt Barnim-Oderbruch mit Sitz in Wriezen verwaltet.

Geschichte des Dorfes:

Im Jahre 1755 ließ König Friedrich II einen Teil des Oderbruchs urbar machen und zu den alten Fischerdörfern neue Dörfer bauen. So entstand zum Dorf Alt Lewin das Dorf Neu Lewin.

Friedrich II. berief Ausländer, um ihnen diese neuen Kolonien zu schenken. Sie erhielten Wohnhaus, Scheune und Stallgebäude und selbst das Vieh umsonst. Alle hatten 10 bis 15 Freijahre, bevor sie Kanon (Steuer) bezahlen mussten. Der Kolonist stand mit seinen Leuten unter der Jurisdiction des Bruch Amtes Wriezen.

Am 11.Juni 1755 bereiste Generalmajor von Retzow im Auftrag des Königs den Oderbruch und berichtete diesem, dass der Ort fast errichtet und völlig besetzt sei. Im Dezember schrieb Major von Petri an den König, dass die Gebäude, Mühlen, Krüge, Schul- und Hirtenhäuser erbaut wären und größtenteils ausländische Kolonisten angesiedelt seien.

Am 21. April 1769 wurden 76 Kolonisten urkundlich erfasst. Ein großer Teil der Familien stammte aus den deutschen Siedlungsdörfern in Polen, die sich in der Nähe des Ortes Eichberg bei Filehne (östlich von Gorzow) befanden. Dieses waren die Familien: Adam, Altmann, Alph, Breitkreuz, Furch, Henneke, Höfft, Jahn, Jeckel, Kerber, Kosmann, Kranz, Lange, Lehmann, Luther, Lück, Mittelstaedt, Mertens, Mirus, Rabe, Rapsch, Ruthe, Samler, Schneider, Schorstein, Schwandt, Sommer, Tornow, Winterhack, Zülecke, Die anderen erfassten Familien stammten aus:Hessen - Darmstadt (Fuchs, Kraaz, Moutour, Neubauer, Peiffer, Schellhase, Wolff), Württemberg (Georg, Speidel, Walleyser), Neumark (Machhus, Marquard), Sachsen (Berber, Fiedler, Kölling, Palm, Weyland), Brandenburg (Burchardt, Geiseler, Hartwig, Jaehne, Knuse, Müller, Neumann, Rose, Tumm, Witte, Zeebe), Schweiz (Leuenberg), Österreich (Jenuel), Bayreuth (Werner) und aus Nürnberg (Bachhofer).

Unmittelbar nach der Besiedelung hatte der Ort ca. 500 Einwohner, 1763 waren es 572, ein Jahr später 551, denn nicht jeder Kolonist kam mit den landwirtschaftlichen Gegebenheiten zurecht.

1763 trat Pfarrer Georg Siegfried Licht, der Sohn des Pfarrers Gottlieb Licht (1715–1756), die Pfarrstelle in Neulewin an. Sein Bruder war der Deichhauptmann im Oderbruch Emanuel Gottlieb Licht (1742–1811), der Nachfolger des ersten Deichhauptmanns Johann Daniel Struve (1769 bis 1780).

Die ersten Jahre Neulewins waren Jahre der Entbehrungen. Der fruchtbare Boden musste urbar gemacht werden. Nicht wenige gaben auf und kehrten Neulewin den Rücken. Das Leben in einem durch die Bewallung der Neuen und der Alten Oder trockengelegten Ort barg noch viele Gefahren in sich. Die Wälle stellten noch keinen sicheren Schutz vor drohenden Hochwassern dar. Immer wieder rissen Teile der Dämme und Wassermassen ergossen sich ins Bruch. Die Ernte wurde zu nichte gemacht, Vieh kam ums Leben und Gehöfte standen unter Wasser. Die letzte Hochwasserbedrohung im Jahr 1997 ist allen Bürgern der Gemeinde noch in Erinnerung.

1764 wurde die erste Fachwerkkirche in Neulewin errichtet. Erster Lehrer an der Neulewiner Schule soll ein Unteroffizier a. D. Jüterbock ( † 1772) gewesen sein. 1787 besuchten 90 Kinder die Neulewiner Einklassenschule.

Zwischen 1800 und 1815 gab es in Neulewin folgende Berufe, ausgeführt von den nachfolgenden Personen: Stallmacher: Friedrich Freyer, Planteur: Christian Sommer, Friedrich Hilke, Leinweber: Samuel Neumann, Mühlenmeister: Daniel Fitting (hatte seine Mühle in Neubarnim), Müller: Johann Friedrich Neumann, Chirurg; Nusse († vor 1802), Gottlieb Sohn, Schuhmacher: Johann Krünitz, Nachtwächter: Eduard Dannenberg, Garnweber: Johann Simon Misselberg, Johann Ludwig Altmann, Martin Luther, Krüger: Anton Kolbe, Ludwig Marquard, Gottfried Titel, Schneider: Carl Wilhelm Rach, Schmied: Gottfried Sommerfeld, Prediger: Heinrich Wilhelm Bölike, Kirchenvorsteher: Martin Lück, Polizei- und Gerichtsschulze: Heinrich Schwarz, Dorfschulze: Friedrich Wilhelm Moutour, Gerichtsmann: Andreas Welk, Schullehrer: Johann Gottlieb Christian Wilke, Wilhelm Lüdke, Gottlieb Jähne, Gottfried Syntholtz, Tischler: Johann David Götze, Wilhelm Pallys.

Die Neulewiner mussten ihr Getreide bei dem Mühlenmeister Müller Daniel Fitting in Neubarnim mahlen lassen. Diese Anweisung wurde später aufgehoben und so entstanden zwischen 1819 und 1830 auf der Neulewiner Gemarkung 3 Windmühlen mit 3 Mühlenmeistern.

1813 entstand der erste Neulewiner Verein, ein Gesangsverein, geleitet vom Neulewiner Küster Wilhelm Gülzow und dem Kantor und Schullehrer Wilhelm Lüdke.

1826 gab es im Ort 6 Gasthäuser, u.a. Gasthof Nusse, von denen bis 1945 noch 4 geführt wurden.

Der Schriftsteller Theodor Fontane (1819–1898) schrieb auf seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" die ureigene Mentalität der Neulewiner und äußerte sich in lobenden Worten über den Ort. 

Von 1818 bis 1952 gehörte Neulewin zum Landkreis Oberbarnim. Während der Kreisreform der DDR gehörte Neulewin zum Kreis Bad Freienwalde im Bezirk Frankfurt/Oder, nach der Wende 1994 zum Amt Barnim-Oderbruch und somit zum Landkreis Märkisch-Oderland.

Heute gehört Neulewin zu den attraktivsten Gemeinden des Oderbruches. Man ist ständig bemüht Altes zu erhalten, Traditionen zu bewahren und Einstiges wieder aufleben zu lassen. Unabhängig von der Jahreszeit bietet Neulewin seinem Besucher eine Vielzahl von Eindrücken über das dörfliche Leben. Die Nähe zur Alten und zur Neuen Oder und die entstandenen Wanderwege entlang der Flussläufe und durchs Oderbruch bieten Urlaubern viele Möglichkeiten zur aktiven Freizeitgestaltung in der Natur. In der Heimatstube erhält der Besucher zahlreiche Informationen über die Geschichte des Ortes und hat die Möglichkeit, historische Exponate zu besichtigen.
(Quelle: Oderbruchscheune-Neulewin)

Quellen:

Neulewin > Gesamtkirchenbuch 1800-1850, Ancestry, Familysearch.

* Carl August Ruetenik, Zur Erinnerung an das hundertjährige Bestehen der Nieder-Oderbruchs-Dörfer, Neu-Levin, Neu-Barnim und Neu-Trebbin, Verlag Tesch, Wriezen, 1855.

* Neulewin, 250 Jahre, Auf den Spuren der Geschichte, hrsg. von Hildegard Lämmer, Neulewin und Prof. Dr. phil. Hannelore Scholz, Berlin, 80 S., o.J. [2005], o. Verlag. Bezug vor Ort,

EIn Dankeschön an Marcel Kümmritz für seinen Stammbaum.

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Norbert Bosse


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