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Ortsfamilienbuch Priorau

Priorau – Schierau – Möst

Das Kirchspiel Priorau umfasst neben der gleichnamigen Ortschaft auch das Dorf Schierau mit seiner eingepfarrten Siedlung Möst.
Die drei Orte bilden zusammen mit dem 1950 eingemeindeten und bis dahin als selbstständige Gemeinde bestandenen Dorf Niesau den Ortsteil Schierau der Stadt Raguhn-Jeßnitz im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt.

Priorau wurde auf einer kleinen Talsandinsel westlich des Flusslaufes der Mulde angelegt und ist die südlichste der drei Ortschaften. Erstmals wird der Ort 1285 als Prerowe erwähnt, später Priraw (1394) und Prierau (1592). Der Name geht auf das altsorbische *prěrov = „Graben“ zurück und bezeichnet eine Siedlung, die von Gräben umgeben in einer sumpfigen Gegend liegt. Priorau war ursprünglich anhaltischer Besitz, ging jedoch 1524 an Kursachsen über, als das Amt Wörlitz von der Dessauer Fürstin Margarete eingelöst wurde. Belehnt wurde der Ort seit dem 15. Jahrhundert von der Familie von Köhler, fiel nach Aussterben dieser Linie an die verwandte Familie aus dem Winckel. Das Gut wurde 1797 vom Dessauer Fürstenhaus erworben, der Fürst wurde gleichzeitig Patron der Kirche. Im Jahr 1942 erfolge ein Gebietsaustausch zwischen Anhalt und Preußen, wobei die Ortschaften, die bis dahin als preußische bzw. vormals kursächsische Enklave bestanden, an das damalige Land Anhalt übergingen.
Priorau ist der Geburtsort des barocken Dichters Philipp von Zesen, der dort 1619 als Sohn des Pfarrers Philipp Zesen („Caesius“) getauft wurde.

Nördlich von Priorau befindet sich das Dorf Schierau. Durch archäologische Funde ist eine ur- und frühgeschichtliche Besiedlung des Schierauer Raums nachgewiesen. Es wird angenommen, dass dort zwischen 500 und 1000 eine Sorbenburg als eine der ältesten Befestigungsanlagen im mitteldeutschen Raum entstand, erstmals erwähnt wird der Ort jedoch vergleichsweise spät, nämlich 1382 als Schirow, dann wieder 1531 als Schira und 1617 als Schiraw. Der slawische Name leitet sich ab aus dem alsorbischen *sir-ava = „breite Fläche, weiter Raum“. Bis 1794 besaß die Familie aus dem Winckel das Rittergut in Schierau.

Möst bildet die nördlichste der drei Ortschaften und entstand wie auch Schierau und Priorau als slawische Siedlung. Der Name geht auf den Personennamen *Muž oder *Myš und damit auf die altsorbische Grundform Mužici bzw. Myšici zurück. 1179 wird Möst als zum Kloster Nienburg gehöriges Dorf, bestehend aus zwei Siedlungen, erwähnt. Die zweite lag wahrscheinlich auf der heute wüsten Feldmark. Es befand sich auch in Möst ein Rittergut im Besitz der Familie aus dem Winckel. Nachdem das Lehnswesen 1848 aufgehoben wurde, bestanden die Möster Untertanen – wie auch später die Bewohner von Schierau un Priorau – darauf, sich freizukaufen. Seither entwickelte sich der Ort zu einer ländlichen, bäuerlichen Siedlung.

Die Parochie besteht seit 1531. Vorher war Möst nach Törten eingepfarrt, während Schierau und Priorau eigenständige Gemeinden bildeten. Seit 1750 ist das anhaltische Dorf Niesau eingepfarrt, das vorher zu Törten und bis 1743 zu Sollnitz gehörte. Im Ortsfamilienbuch Niesau sind die Amtshandlungen in Bezug auf Niesau zu finden. Auch Thurland war seit der Reformation filial von Priorau, bis es 1647 nach Capelle abgezweigt wurde. Im Ortsfamilienbuch Thurland sind die entsprechenden Einträge zusammengefasst.

Quellen

Für Priorau sind folgende Kirchenbücher vorhanden:

  • Taufen 1617–1668 (1669), Begräbnisse 1624–1668 (1669) (vollständig bearbeitet)
  • Taufen 1668–1790, Trauungen 1674–1790, Begräbnisse 1674–1781 (in Bearbeitung)
  • Taufen 1790–1854, Trauungen 1791–1841, Begräbnisse 1781–1829
  • Trauungen 1842–1854, Begräbnisse 1830–1854
  • Taufen 1855–1937
  • Duplikate Taufen 1874–1884
  • Duplikate Trauungen 1874–1884
  • Duplikate Begräbnisse 1874–1885

Das älteste Kirchenbuch weist neben den fehlenden Traueinträgen mehrere Lücken auf, vor allem in den beiden Pestzeiten 1625–1626 und 1635–1637 sowie in den Jahren 1641-1645, 1655–1656, 1664-1666 (Taufen) und 1650-1654, 1663–1664 (Begräbnisse). Es handelt sich um ein Buch im schmalen Quartformat (ca. 20 x 8,3 cm), dessen Bindung so stark beschädigt ist, dass es zu großen Teilen aus Einzelblättern und ‑bögen besteht. Etwa in der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden diese Blätter sortiert und nummeriert, wobei im Taufregister einige Blätter, deren Einträge keine Jahreszahl aufweisen, falsch eingeordnet wurden:

Seiten-
nummern

zugeordnet
zum Jahr

gehört
zum Jahr

Anmerkungen

114–115

1655

1663

  • Die zweite Ehefrau des Pfarrers ist Taufpatin, seine erste Frau stirbt erst 1657.
  • Christoph Wenig (*1646) wäre als Taufpate 1655 erst neun Jahre alt.

116–117

1656

1669

  • Johann Georg Quast stirbt 1700 im 32. Lebensjahr.
  • Christoph Steinbrecher stirbt 1685 im Alter von 15 Jahren und 6 Monaten.

130–133

 

 

richtige Reihenfolge: 133, 132, 130, 131

136–137

1663

1668/1669

  • Lorenz Kirschbaums Witwe ist Taufpatin bei Thomas Lichtener. Kirschbaum stirbt 1668.

158–159

1668

1653

  • Johann Schwenkerts Frau Margarete stirbt vor 1658.
  • Martin Flemming heiratet 1681 im Alter von 27 und stirbt 1699 im Alter von 46 Jahren.

Dieses Kirchenbuch enthält bis 1646 auch Einträge zu Amtshandlungen von Thurland und Klein Leipzig. Des Weiteren finden sich in den Jahren 1637–1638 Taufeinträge für Altjeßnitz und Muldenstein, die während der Vakanzvertretung eingeschrieben wurden. Im Taufregister stehen auf der Seite 150 zwei Aufgebote, die darauf schließen lassen, dass es auch dafür ein Register gegeben haben muss.

Erläuterungen zur Erstellung

Das Ortsfamilienbuch befindet sich derzeit in der Bearbeitungsphase und wird regelmäßig aktualisiert.

Die Schreibweise der Vor- und Familiennamen wurde weitgehend vereinheitlicht und an heute übliche Schreibweisen angepasst, grobe Abweichungen aber mit aufgenommen.

Wohnorte und Angaben zum Beruf/Stand einer Person sind mit einer Zeitspanne angegeben, die als Mindestwert zu verstehen ist. Ob die Personen bereits früher oder auch später noch den Beruf ausübten bzw. im Ort wohnten, lässt sich nicht in allen Fällen aus den Quellen ermitteln. Daten mit dem Zusatz „errechnet“ sind aus Altersangaben anderer Einträge errechnet und können je nach Sorgfalt des Schreibers mehr oder weniger abweichen. Geburtsorte ohne zugehörige Datumsangaben sollten als Herkunftsorte verstanden werden. Jahreszahlen mit dem Zusatz „um“ sind Vermutungen.

[   ] steht für Lücken im Original, […] für nicht (mehr) lesbare Passagen.

Die Quellen der Kirchenbucheinträge werden nach folgendem Schema angegeben:

Name des Kirchenbuchs, Seite, Eintrag, Nummer.

Die Seitenzahl bezieht sich dabei auf die Paginierung im Kirchenbuch, der Eintrag steht für die Nummer des Eintrags auf der entsprechenden Seite und die Nummer bezieht sich auf die Nummerierung des Eintrags (im Regelfall auf das entsprechende Jahr bezogen). Wenn das Kirchenbuch auf Archion einsehbar ist, steht zusätzlich der zugehörige Link mit entsprechender Bildnummer in der Quellenangabe. Angaben in eckigen Klammern sind Zusätze des Erstellers.

Errata

Da trotz sorgfältiger und gewissenhafter Arbeit Fehler im Ortsfamilienbuch nicht ausgeschlossen werden können, werden ergänzende und korrigierende Hinweise gern entgegengenommen und eingearbeitet.

Literatur:
Frauke Gränitz, Haik Thomas Porada, Günther Schönfelder (Hrsg.), Bitterfeld und das untere Muldetal. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Bitterfeld, Wolfen, Jeßnitz (Anhalt), Raguhn, Gräfenhainichen und Brehna (= Landschaften in Deutschland. Werte der deutschen Heimat 66), Köln, Weimar, Wien: Böhlau 2009².
Hermann Graf, Anhaltisches Pfarrerbuch. Die evangelischen Pfarrer seit der Reformation, hrsg. vom Landeskirchenrat der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Dessau 1996.




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Nick Hensel