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Ortsfamilienbuch Vaihingen

Vaihingen an der Enz ist eine Stadt in der Mitte Baden-Württembergs, etwa 24 Kilometer nordwestlich von Stuttgart und 20 km östlich von Pforzheim. Seit dem 1. Januar 1973 ist Vaihingen an der Enz Große Kreisstadt.

Vaihingen liegt am Rand des Neckarbeckens und wird vom Schloß Kaltenstein überragt. In Vaihingen wird von jeher Weinbau betrieben und die Weinkultur gepflegt.

Vaihingen um 1684 im Forstlagerbuch von Andreas Kieser

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Vaihingen gliedert sich in acht Stadtteile Aurich, Ensingen, Enzweihingen, Gündelbach, Horrheim, Kleinglattbach, Riet, Roßwag die alle erst bei der Gebietsreform nach Vaihingen eingegliedert wurden.

Zum Stadtteil Aurich gehören das Dorf Aurich sowie die abgegangene Ortschaft „Auf Weiler“. Zum Stadtteil Ensingen gehören das Dorf Ensingen sowie die abgegangene Ortschaft Schweinemühl. Zum Stadtteil Enzweihingen gehören das Dorf Enzweihingen, der Weiler Pulverdingen, das Gehöft Leinfelder Hof und die Häuser Neumühle und Rieter Tal. Zum Stadtteil Gündelbach gehören das Dorf Gündelbach und die herzogliche Domäne Steinbachhof sowie die abgegangene Ortschaft Maninchoven. Zum Stadtteil Horrheim gehören das Dorf Horrheim sowie die abgegangenen Ortschaften Alten- und Jungenguckenhausen (möglicherweise identisch mit Gumboldeshusen). Zum Stadtteil Kleinglattbach gehört das Dorf Kleinglattbach. Zum Stadtteil Riet gehören das Dorf Riet sowie die abgegangene Ortschaft Wintergeislingen (möglicherweise mit Munigischinga . Zum Stadtteil Enzweihingen gehören auch noch die separat gelegenen Wohnplätze Leinfelder Hof, Neumühle, Pulverdingen und Rieter Tal, zum Stadtteil Gündelbach gehört der Wohnplatz Steinbachhof und zum Stadtteil Roßwag der Wohnplatz Seemühle.

Vaihingen (1832) zwischen dem Kaltenstein und der Peterskirche

Geschichte

Bis zum Ende des Mittelalters

Eine Besiedlung der Gegend um Vaihingen ist seit dem Frühneolitikum nachweisbar. Grabungen der vergangenen Jahre haben eine große Siedlung sowie zahlreiche Bestattungen der Linearbandkeramik (bandkeramische Kultur) freigelegt.

Gegen Ende des 3. Jahrhunderts nach Beginn unserer Zeitrechnung drangen Alamannen in das römisch dominierte Neckarbecken ein und gründeten die meisten heutigen Ortschaften. Um 500 wurde das Gebiet um Vaihingen fränkisch, christianisiert und dem Bistum Speyer einverleibt. Bei der um 750 von Karlmann vorgenommenen Gliederung in Gaugrafschaften wurde Vaihingen dem Enzgau zugeordnet und entwickelte sich zum Hauptort dieser Grafschaft. Dementsprechend stand der Vaihinger „Kirchherr“ bis zur Reformation dem Landkapitel Vaihingen des Archidiakonats Trinitatis im Bistum Speyer vor.

Die erste urkundliche Erwähnung Vaihingens könnte schon 779 zusammen mit Grüningen und Hochdorf an der Enz in einer Urkunde über eine Schenkung des fränkischen Enzgau-Grafen Kunibert an das Kloster Fulda erfolgt sein. Es ist jedoch nicht zweifelsfrei geklärt, ob es sich dabei um Vaihingen an der Enz oder um das im Spätmittelalter abgegangenen  Vöhingen bei Schwieberdingen handelte. Der Stadtteil Riet wurde im Jahr 812 erstmals im Lorscher Codex urkundlich erwähnt.

Um 1230 legt Graf Gottfried von Vaihingen (1189-1234) zwischen der schon 1096 erwähnten Burg Vaihingen dem heutigen Schloss Kaltenstein und der dörflichen Siedlung bei der Peterskirche die Stadt Vaihingen an. 1252 wird Vaihingen in einer Urkunde ausdrücklich als Stadt bezeichnet.

Durch seine Ehe mit Agnes, Alleinerbin des edelfreien Belrein von Eselsberg, konnte Graf Konrad II. von Vaihingen territoriale Zugewinne am Rand des Strombegs verbuchen und die Schutzvogtei über Kloster Rechenhofen übernehmen, die er zur Familiengrablege machte. Die im Erbe inbegriffene Burg Eselsberg wurde später zum Hauptsitz der Grafen.

Nach dem Stadtbrand von 1291 verkauften die Vaihinger Grafen große Teile ihres Besitzes. Stadt und Burg Vaihingen kamen über den Markgrafen von Baden 1334 an die Grafen von Oettingen und 1339 an die Grafen von Württemberg. Vaihingen wurde württembergische Amtsstadt, 1758 Oberamtsstadt.

Frühe Neuzeit

Unter Kaiser Karl V. wurde 1519 Herzog Ulich von Württemberg aus seinem Land vertrieben. Neuer Landes- und somit auch Stadtherr war Kaiser Karl V., der Württemberg seinem Bruder Ferdinand abtrat. Mit Hilfe evangelischer Fürsten eroberte 1534 Herzog Ulrich sein Land zurück und führte die Reformation ein, Vaihingen wurde Sitz eines Dekanates. Im Schmalkaldischer Krieg (1546–1547) wurde Vaihingen 1547 von spanischen Truppen besetzt.

Durch einen Brand im Jahr 1617 wurde das Viertel zwischen Heilbronner Straße und Stuttgarter Straße zerstört. Ein Jahr später wurde das Wohnviertel hinter dem Rathaus samt Stadtkirche Opfer einen weiteren Brandes.

Der Dreißigjähriger Krieg (1618–1648) brachte auch in Vaihingen Not und Elend. Wechselweise waren Truppen der Protestanten und der Katholiken in Vaihingen einquartiert. Durch Plünderung und Requirierungen kamen Ackerbau und Handel zum Erliegen, es entstanden Hungersnöte. 1635 wütete die Pest, was die Einwohnerschaft weiter stark dezimierte. Es dauerte trotz Einwanderung vertriebener Protestanten lange, bis der Vorkriegsstand von etwa 1500 bis 1600 Einwohnern wieder erreicht wurde. Im Pfälzischen Erbfolgekrieges  (1688–1697) wurde 1692 Vaihingen von den Franzosen geplündert und brannte 1693 fast vollständig ab. Innerhalb der Stadtmauern blieben nur etwa 20 Häuser von den Flammen verschont. Ab 1697 wurde die Stadtkirche wieder aufgebaut.

Im Jahr 1720 erfolgte der Wiederaufbau des Rathauses. Während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1714), des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) und in den Koalitionkriegen (1792–1815) marschieren immer wieder Truppen durch die Stadt oder werden einquartiert. 1784 vernichtet ein Stadtbrand 30 Häuser.

Vaihingen um 1720 von Gabriel Bodenehr

19. Jahrhundert

Zehn Jahre nach der 1806 erfolgten Gründung des Königreichs Württemberg und ein Jahr nach dem Ende der Befreiungskriege begann im Jahr ohne Sommer 1816 eine durch Missernten und Viehseuchen verursachte Hungersnot. Erst danach setzte ein allmählicher wirtschaftlicher Aufschwung ein. Die Stadt wurde zu klein. 1829 wurde im Nordosten ein neues Tor errichtet, im Norden entstand eine Vorstadt. In der Folge der Revolution 1848 kam es zu einer Wirtschaftskrise, verursacht durch Missernten und Inflation. Dieses veranlasste viele zur Auswanderung.

Im Jahre 1853 wurde die Württembergische Westbahn Stuttgart - Bruchsal eröffnet. Der nächstgelegene Bahnhof „Vaihingen-Sersheim“ war jedoch drei Kilometer vom Zentrum entfernt. Gerade in der Epoche der Industrialisierung wirkte sich der fehlende zentral gelegene Bahnanschluss ans Netz der Württembergische Eisenbahn negativ aus. Es kam zu Abwanderungen von Unternehmen und Bevölkerung.

20. Jahrhundert

Erst mit der Eröffnung der Vaihinger Stadtbahn bekam Vaihingen 1904 Anschluss an das moderne Verkehrsnetz.

Bei der Verwaltungsreform während der NS Zeit in Württemberg wurden 1938 die Kreise Maulbronn und Vaihingen zum Landkreis Vaihingen zusammengelegt. Vaihingen wurde Sitz dieses neuen Landkreises. Im unteren Glattbachtal wurde im Juli 1944 das Konzentrationslager Vaihingen errichtet. Es war formal ein Außenlager des KZ Natzweiler - Struthof. Hier mussten mehrere hundert KZ-Häftlinge, vor allem polnische Juden aus dem Getto Radom und Kriegsgefangene Franzosen unter katastrophalen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten. Ab November 1944 diente das Lager als »Kranken- und Erholungslager« für die rechtsrheinischen Außenlager von Natzweiler. In Wirklichkeit war es ein Sterbelager mit bis zu 33 Toten pro Tag. Von den Toten zeugt der KZ-Friedhof zwischen Vaihingen und Ensingen, auf dem Gedenksteine mit den Nummern 1–1488 aufgestellt sind. Im Arbeitshaus auf Schloss Kaltenstein waren bis zu 600 Männer untergebracht, die dort wegen ihrer unangepassten Lebensweise, aber auch wegen krimineller und politischer Delikte gefangen gehalten wurden. Ein Mahnmal an der Außenmauer des Schlosses nennt 27 polnische, tschechoslowakische und deutsche Namen von Opfern. Am 8. April 1945 war für Vaihingen der Zweite Weltkrieg beendet, es marschierten die Franzosen ein. Nun wurde von den Franzosen ein Befehl erlassen wodurch jede in Vaihingen wohnende Familie ein Familienmitglied zm aufräumen im KZ zu stellen hatte. Hierbei war es egal wie alt die Person war oder welches Geschlecht sie hatte. Da im Lager Thyphus herrschte und war die Ansteckungsgefahr ohne Impfung sehr hoch so starben einige Vaihinger nach ihrem Einsatz im Lager

Nach der Beendigung des Kriegs kam Vaihingen zur Amerikanische Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. Mit den Wahlen zu Gemeinderat und Kreistag und zur Verfassunggebenden Landesversammlung für Württemberg-Baden 1946 begann der Aufbau der Nachkriegsordnung.

Am 25. Juli 1969 kam es in einer Tiefflugschneise bei Rosswag zu einem Zusammenstoß von zwei Kampfflugzeugen vom Typ F-104 Starfigther der kanadische Luftwaffe. Einer der Piloten kam bei dem Absturz ums Leben, der andere konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Der Treibstofftank einer Maschine durchschlug dabei das Dach eines Wohnhauses in Mühlhausen (Mühlacker). Bei Rettungsversuchen wurden zwei Helfer durch eine Detonation schwer verletzt.

Im Rahmen der Gebietsrefom der 1970er Jahre überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Vaihingen an der Enz die 20.000-Grenze. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Große Kreisstadt, was die baden-württembergische Landesregierung dann mit Wirkung vom 1. Januar 1973 beschloss. Zum gleichen Zeitpunkt wurde im Rahmen der Kreisreform der Landkreis Vaihingen aufgelöst. Der östliche Teil und mit ihm die Stadt Vaihingen an der Enz kam zum Landkreis Ludwigsburg, der westliche Teil wurde Bestandteil des neuen Enzkreises.

Mit der Eröffnung der Schnellfahrstrecke Mannheim Stuttgart erhielt Vaihingen 1991 den neuen Bahnhof Vaihingen (Enz).

Im 19. Jahrhundert zogen auch Katholiken nach Vaihingen. Im Jahr 1938 erbauten sich die Katholiken dann eine eigene Kirche und 1958 wurde die eigenständige Pfarrei St. Anton gebildet, nachdem die Gemeindeglieder zunächst zur Pfarrei Hohenasperg, dann zum Stadtpfarramt Bietigheim und ab 1902 zu Mühlacker gehörten. Inzwischen hatte sich der Anteil der Katholiken in Vaihingen auf etwa 1/3 erhöht.

 

Bemerkungen:

Die Daten dieser Datenbank stammen von Dr. Max Frank, der im Jahre 2006 verstorben ist. Leider konnte er die Daten nicht mehr zu einem kompletten Ortsfamilienbuch zusammenstellen. Es handelt sich also um eine unvollständige Sammlung, die auf diesem Wege zur Verfügung gestellt wird.

Die weitere Betreuung der Datenbank hat Lutz Trautmann übernommen, die auch Korrekturen und Ergänzungen entgegen nimmt.


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Lutz Trautmann